Schlaf- und Einschlafverhalten von Kinder verstehen

Schlafverhalten von Babys und Kleinstkindern können Eltern an Rand ihrer Verzweiflung bringen. Darum ist es enorm wichtig, für Eltern ein tiefes Verständnis und Wissen zu haben, warum das Kind nicht in den Schlaf finden kann und nicht durchschläft.

Aus bindungstheoretischer Sicht lassen sich Verhaltensweisen, die das Kind bei
Müdigkeit und nächtlichem Erwachen zeigt, als Bindungsverhalten interpretieren.
Dies ist ein Instinkt nach Bindung an die Eltern, der seit Jahrtausenden dafür sorgt, dass Kinder nicht zur
Ruhe kommen können, wenn sie sich von ihrer Hauptbindungsperson getrennt fühlen. Gesteuert werden
diese Verhaltensweisen durch ein angeborenes Bindungsverhaltenssystem, das bei Unwohlsein (z.B.
durch Müdigkeit, Angst, Krankheit, Überforderung) aktiviert wird.
Und genau dieser Instinkt sorgte jahrtausendelang dafür, dass die Kinder durch den Schutz und die
Fürsorge der Eltern die Nacht überhaupt überlebt haben. Durch körperliche Nähe der Eltern waren die
Kinder vor Kälte oder wilden Tieren geschützt .
Obwohl in der heutigen Zeit in der Regel keine Gefahr mehr von dieser Seite droht, so ist der Instinkt
dennoch fest in uns verankert, da er sich bisher so gut bewährt hat. Die Nähe und Zuwendung der Eltern
vermittelt dem Kind also ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit, wodurch sie ruhig einschlafen
können. Diese Instinkte lassen sich nämlich nicht einfach ausknipsen wie ein Lichtschalter !
Schlafen bedeutet für Kinder eine Trennungssituation , was wiederum eine feinfühlige Unterstützung der
Bindungsperson bedeutet.
Bei Babys und Kleinstkindern ist es oft am einfachsten, sie durch unmittelbaren Körperkontakt in den
Schlaf zu begleiten. Je kleiner das Kind ist, desto kräftesparender ist es für die Eltern, dem Kind durch
körperliche Nähe das so dringend zum Loslassen benötigte Geborgenheitsgefühl zu geben.
Auch für ältere Kinder ist das Schlafen immer eine Trennungssituation und man kann die Trennung nur
überbrücken, indem wir es ihnen von Anfang an leicht machen, dass sie sich uns Nahe fühlen auch wenn
sie nicht mehr mit den Eltern in einem Zimmer schlafen.
Wird die Schlafsituation von den Eltern als anhaltend belastend erlebt, so beginnen viele
Eltern mit einem Schlaftraining. Dies sind Schlafprogramme, bei denen das Kind durch kontrolliertes
Schreien lassen lernen soll, selbständig ein- und durchzuschlafen. Das ist aus bindungstheoretischer Sicht
nicht zu empfehlen. Ein Baby oder Kleinkind erfährt durch Nichtbeachtung nur, dass seine Bedürfnisse
nichts zählen und es nicht gehört wird. Dies kann auch längerfristig zu schlimmen Rückfällen im
kindlichen Schlafverhalten führen und zu weiteren Problemen kommen. Babys und Kleinkinder können
die Befriedigung ihrer Bedürfnisse noch nicht selbst steuern und sind daher von der Ko-Regulation ihrer
Bindungsperson abhängig. Bleibt die Ko-Regulation aus , kann sich das negativ auf seine
Gehirnentwicklung auswirken. In den ersten Lebensjahren bilden sich das Urvertrauen und das
Selbstwertgefühl. Darum kann man Babys und Kleinkinder aus dieser Sicht nicht verwöhnen.
Aber warum finden dann Babys oder Kleinkinder nicht in den Schlaf, obwohl ihre Eltern sich stundenlang
bemühen, Geschichten vorlesen, Lieder singen und/oder Kuscheleinheiten verteilen? Die einzigen, die so
müde sind, dass sie auf der Stelle einschlafen könnten, sind die Eltern! Dies kann verschiedene Ursachen
haben. Auf der einen Seite sind es vielleicht die Eltern, die entnervt, übermüdet und gereizt sind und sich
sehnlichst Wünschen, dass das Kind schlafe, damit man endlich für sich Zeit hat. Für all das, was man
den ganzen Tag über nicht für sich tun konnte…Eine angespannte Situtation entsteht. Die starken
Emotionen der überforderten Eltern nimmt das Kind unbewusst wahr. Ärgerliche Eltern werden in so
einer sensiblen Situation immer als Gefahr für die Bindung interpretiert. Kinder spüren den verzweifelten Wunsch der Eltern, sie sollen doch endlich einschlafen und können gerade deshalb nicht loslassen. Die
verständliche Ungeduld und Gereiztheit der Eltern lösen im Kind keine Geborgenheit aus, sondern Angst.
Und je gereizter Mama wird, desto schlechter kann das Kind einschlafen!
Manchmal ist es auch so, dass sich ein Problem festsetzt und sich ausdehnt, was sich wiederum auf die
ganze Familie auswirken kann.
Es gibt aber auch aus kindlicher Sicht verschieden Ursachen, die zu langen Einschlafproblemen und
Schlafunterbrüchen führen können.
Und manchmal braucht es einfach Unterstützung und Hilfe, um wieder zu einem gesunden Gesamtsystem
zu kommen.

Wir als Schlafberaterinen von 1001kindernacht® beraten ganz individuell an eure Situation und
Bedürfnisse angepasst und finden mit euch zusammen die Ursachen heraus . Das Ziel ist es, mögliche und
kindgerechte Wege aufzuzeigen, von denen ihr dann den stimmigsten auswählst. Unsere Beratungen sind
ganzheitlich und bindugsorientiert.
Wir haben keine „Zaubertricks“, die über Nacht zu Veränderungen führen. Sowas gibt es nicht. Es geht uns um den Aufbau eines stabilen Fundamentes für die lebenslange Schlafentwicklung und die Eltern-Kind-Bindung.

                          Denn zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen
                                  „Wurzeln und Flügel“ (Johann Wolfgang Goethe)
          

Eure Claudia
und das SchlafberaterTeam 1001kindernacht®


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