Die 6 Stufen der Bindung

Die Bindung. Ein Geschenk der Natur, was dazu dient unsere Kinder zu schützen und uns hilft sie großzuziehen. Bindung ist der Motor für die Entwicklung zu einem  eigenständigen Wesen.

Sie ist eine der größten Kräfte der menschlichen Natur, eine, die uns zueinander zieht. Gleichzeitig erfährt Bindung ausgleichende Kräfte, die dafür sorgen, dass unsere Kinder sich zu eigenständigen Wesen mit einer eigenen Persönlichkeit entwickeln. Dies ist die perfekte Vereinigung gegensätzlich wirkender Kräfte:  Während wir an unseren Kindern festhalten, sind sie frei, um zu spielen und  zu wachsen und letztlich zu eigenständigen Wesen zu werden.

Bindung über die Sinne im 1. Lebensjahr

Kleine Kinder sind im ersten Lebensjahr reine Sinneswesen, die sich langsam der Umwelt öffnen und sich an diese binden. Dies passiert über Berühren, Schmecken, Riechen, Hören und Sehen. Wir bekommen von unseren Kindern feuchte Küsse, unser Gesicht und Haare werden gestreichelt.Es ist auch ganz normal, das viele Babys ganz eng an ihrer Bezugsperson gekuschelt sein möchten und wehe diese ist nicht mehr sichtbar. Dann wird schreiend Arlam geschlagen. Das hat nichts mit bewussten Manipulieren oder erreichen von Zielen zu tun. Dazu müssten Kinder logisch denken können und dies können Babys und Kleinkindern noch lange nicht.

Was kann man tun, damit sich eine sichere Bindung zu seinem Kind aufbaut. Beständiger Kontakt und regelmäßiger Körperkontakt zu seiner Betreuerperson. Unterstützen kann man dies noch durch: Massagen, zusammen baden, singen, stillen ……

Bindung durch Gleichheit – Ab dem 2. Lebensjahr

In diesem Alter kann man schön beobachten, wie kleine Kinder alles Nachahmen oder Imitieren. Sie sind in diesem Alter wie kleine Papageien und übernehmen die Vorlieben, Klänge und Eigenheiten von den Menschen, an die sie sich binden. Die Bindung durch Gleichheit hat das Entwicklungsziel, eine noch unvollkommene und provisorische Identiät aufzubauen. Das Kind nimmt aufgrund seiner Unreife die Ideen von seinen Bindungspersonen, bis es seine eigene bilden kann. Hieran kann man wunderbar sehen, wem das Kind zu ähneln versucht und somit offenbart, welchen Menschen es gern hat und nahe sein will. Bei der Trennung , immer den Fokus von der Trennung auf das Wiedersehen legen. Die Bindung kann also gestärkt werden durch:

  • gleiche Kleidungsstücke anziehen (kann auch nur ein kleines Accessoires sein z.B. Tasche, Tuch..)
  • zusammen mit dem Kind Waschmaschiene ausräumen, sauber machen
  • Verstecken spielen mit Mama und Papa
  • sich im Spiegel anschauen und die Grimassen des anderen nachmachen

Bindung durch Zugehörigkeit und Loyalität – Ab dem 3. Lebensjahr

Ab jetzt beginnt das Kind Besitzansprüche an dich als Mutter, an das kleinere Geschwisterchen oder auch an das heißgeliebte Kuscheltier zu erheben. Meist heißt es dann nur noch „meine Mama“ oder „Meins. Auch wenn das manchmal sehr nervenaufreibend ist, ist das Bedürfnis zu besitzen und die Eifersucht die daraus entsteht, gerade wenn es um das Teilen geht, bei kleinen Kindern normal und gesund. Das Kind empfindet Liebe und hat Fortschritte auf seinem Entwicklungsweg gemacht. Kinder entwickeln ein tiefes Gefühl der Verbundenheit zu ihrem „Heimathafen“, um sich dort zugehörig fühlen zu können.
Aus dieser Zugehörigkeit entwickelt sich die Loyalität. Das Kind fühlt sich jemanden nahe und wird darum dessen Regeln gehorchen und folgen. Es möchte auf einer Seite stehen, im „Team“ mit uns sein.

Die Bindung kann man stärken:

  •   dem Kind immer wieder sagen, „Du bist mein.“ und „Wir gehören zusammen „.
  •  Immer hinter seinem Kind stehen und nicht vor anderen bloß stellen.
  • Gemeinsame Spiele, Schatzsuche, gemeinsam was im Haushalt machen, zusammen lachen, malen , basteln.
  • Bei mehreren Kindern immer Exklusivzeit für jedes Kind einrichten.

Bindung duch Wertschätzung- Ab dem 4. Lebensjahr

In dieser Zeit wollen die Kinder in den Augen ihrer Bezugspersonen etwas ganz besonderes sein. Sie wollen uns wichtig sein und uns gefallen. Euer Kind möchte so genommen und geschätzt werden, wie es ist. In diese Zeit ist es sehr verletzlich für Zurückweisung oder negative Äußerungen. Damit das Selbstwertgefühl eine solide Grundlage hat, darf unsere Wertschätzung für das Kind nicht an seine Leistung geknüpft werden.
Die Bindung kann man stärken durch:

  • gemeinsame Aktivitäten wie zum Beispiel draußen Ball spielen, Fahrrad fahren. Das Kind muss spüren, das die   Eltern es genießen mit ihm zusammen zu sein.
  • das Lieblingsessen kochen – das Kind sollte spüren, hier wird nur was für mich gemacht oder zubereitet.
  • dem Kind immer wieder sagen, wie lieb man es hat und was für tolle Eigenschaften es hat -dieses emotionelle Aufladen, kann man gut zwischendurch mit Worten tun und es lädt den Liebestank wahnsinnig auf

Bindung durch Liebe – Ab dem 5. Lebensjahr

In dieser Bindungsebene (wenn alles gut verläuft), verschenken die Kinder ihr Herz.
Dies ist das Alter emotionaler Vertrautheit. Das Kind nimmt Gefühle von Zuneigung, Liebe, Fürsorge und Wärme wahr. Bindung durch Liebe beinhaltet eine Tiefe Verletztlichkeit. Jeder Mensch, dem ein Kind sein Herz schenkt, hat die Macht es emotional zu verletzen! Ein Kind kann einen Wutausbruch bekommen, wenn es glaubt, dass es nicht mehr wertgeschätzt, umsorgt oder willkommen ist, das gleiche kann passieren, wenn seine Betreuungsperson ihm zu wenig Wärme oder Zuneigung entgegenbringt. Verläuft alle gut, ist die Bindung emotional verwurzelt und das Kind kann sich leichter von euch trennen, auch für längere Zeit ohne psychisch darunter zu leiden.
Um diese Bindung zu stärken, könnt ihr zum Beispiel :

  • Familienfotos anschauen
  • der Mama / Papa und auch Oma/ Opa auf dem Handy Nachrichten zukommen lassen oder anrufen,
  • erzählen wie Mama und Papa sich kennengelernt haben
  • wie sehr man sich sein Kind gewünscht hat und wie die Babyzeit war,
  • von gemeinsamen Urlauben berichten…….

Bindung durch Vertrautheit – Ab dem 6. Lebensjahr

  • Dies ist eine tiefe Vertrautheit, eine Form der Beziehung zu einem Menschen, die uns am meisten erfüllt. Ab diesem Zeitpunkt kann ein Kind seine Gedanken und Gefühle verbergen und wählt selbst, ob es die Inhalte seines Bewusstseins anderen offenbart. Auf dieser Bindungsebene will ein Kind uns nahe sein. Es möchte mit seinen Betreuerpersonen Gefühle und Gedanken und Geheimnisse austauschen. Denn Geheimnisse trennen ein Kind von seinen Bezugspersonen. Ab diesem Alter können wir auch unsere Emotionen mit dem Kind teilen. Es versteht, wenn wir traurig oder  sauer sind. Um die Bindung zu stärken, kann man:
  • mit seinem Kind viel reden und auch singen
  • Es ist wichtig, sein Kind warmherzig zu ermutigen, dass es uns seine Gefühle mitteilt  z. B. „ Du bist so muffelig, möchtest du darüber reden?“ oder „ Dein Herz wirkt traurig. Willst du mir sagen was los ist?“

Als Eltern sollte man die Gefühle und Gedanken der Kinder zurückspiegeln und Mitgefühl zeigen und das Kind  ernst nehmen.

(Quelle: Auszug aus Neufeld-Ansatz)

  Eure Claudia

 

 


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